Birkenrinde

Birkenrinde in Form von Platten kann man aus Sibirien oder Skandinavien beziehen.

In diesen Ländern wird damit heute noch und wieder gearbeitet - die Beschaffenheit der Bäume dort machen das Ernten möglich.  Die von mir angebotene Birkenrinde stammt ausschließlich aus Nordschweden - Lappland oberhalb des Polarkreises, Nähe Gällivare.  Geerntet wird sie etwa Mitte Juni zur Sommersonnenwende, wenn der Saft aufsteigt.

Zu diesem Zeitpunkt lässt sich nicht nur die äußere Rindenschicht (Borke und Bast) sehr leicht ablösen, sondern auch problemlos zusammen mit dem Kambium vom Splintholz lösen. Letzteres setzt natürlich voraus, dass der Baum gefällt wird, während beim Ablösen der äußeren Schichten der Baum durchaus noch Jahre weiterlebt.

Vorbereitung für weitere Verwendung:

Nach dem „Ernten“ wird die Rinde durch Pressen geglättet, indem sie z.B. zwischen Bretter gelegt wird und durch Gewichte beschwert trocknet. Die äußerste Schicht (weiße Borke und Bast) bricht dabei nicht. Sie wellt sich u.U. etwas an der vertikalen Schnittstelle. 
Vorsicht geboten ist allerdings bei Rinde mit Kambium. Selbst im nassen Zustand ist es nur bedingt möglich, das um den ganzen Stamm umlaufende, mit zweimaligem, horizontalen Rundschnitt gelöste Kambium zu glätten. Einfacher geht dies mit Kambiumabschnitten, die vertikal geerntet wurden, wenn sie nicht breiter als max. 20 cm sind.

Das getrocknete und dann steinharte Kambium kann später in Salzwasser gekocht werden, um es weicher und haltbarer zu machen. Danach lässt es sich sehr viel besser zuschneiden und bearbeiten.

Warum in „Salzwasser“ kochen?

Zum einen löst das Salz verschiedenen Stoffe aus dem Kambium heraus (reinigende Wirkung), aber vor allem macht Salz das Kambium haltbarer (konservierende Wirkung): 
Bei dem Trocknungsprozess, der langsam, kalt und dunkel erfolgen soll, „fault“ das im Kambium enthaltene und durch Kochen zusätzlich gespeicherte Wasser aufgrund Zugabe von Salz nicht mehr. (Das Kambium färbt sich dabei dunkel.)

Nach dem Trocknen wird das Kambium wieder „steinhart“ und kann mühelos z.B. mit Holzleim, Pattex oder Harz verklebt werden.  Wurden äußere Rinde und Kambium am Stück geerntet, kann sich durch das Kochen (aber auch allein durch den Trocknungsvorgang) die Rinde vom Kambium lösen.  Stücke, die nach dem Ernten direkt an der Luft getrocknet sind und sich dabei einrollen, können jederzeit auch später noch gekocht und dadurch „bearbeitbar“ gemacht werden.

Verwendungsmöglichkeiten

Die wasserdichte Birkenrinde wird zur Anfertigung wasserundurchlässiger Dächer verwendet. Kanus wurden aus Birkenrinde hergestellt. Die kanadischen Indianer fertigten aus gerollter Birkenrinde ein trompetenähnliches Musikinstrument, um damit Elchrufe nachzuahmen. Auch Babywiegen waren aus diesem Material angefertigt.

Allgemein ist die Birkenrinde wegen ihrer Belastbarkeit in vielen Kulturen ein traditionell wichtiger Werkstoff zur Anfertigung von Dachschindeln, Schuhen, Schirmen, Hüten und Flechtarbeiten wie z.B. Taschen. Die Lappländer stellen aus der Rinde Umhänge und Gamaschen her. Aus Birkenrinde wurde früher auch häufig „Papier“ angefertigt.

Die Rinde der Birke kann also in vielfältiger Weise verwendet werden, zum Beispiel zur Herstellung von:

  • Trinkgefäßen (Trinkbecher / “Birkenmeier“)
  • Schalen / Schmuckkästchen
  • Würfelbecher
  • Becher zur Aufbewahrung von Stiften
  • Ummantelung von Dosen
  • Wassereimer
  • Glutbehälter (so etwas führte der Ötzi mit sich)
  • Vorratsdosen
  • Schneeschuhen
  • Flechtarbeiten
  • Kanus
  • Bucheinband / Papier
  • wetterfeste Abdeckung von Vogelhäuschen
  • Herstellung von Birkenpech
  • Anzündhilfe (Birkenrinde brennt immer)
  • Herstellung von Messergriffen (Zwischenlagen)
  • Dekoration für Blumenschmuck
    usw. (der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt)

Zum Aufbau der „Birkenrinde“:

Wenn man die „Rinde“ der Birke näher untersucht, stellt man fest,  dass schon die äußerste, weiße Schicht der Borke aus mehreren,  hauchdünnen Lagen besteht.
Besonders an älteren Birken sitzen darauf oft auch Moose und Flechten.  Je älter der Baum ist, desto stärker lösen sich durch Witterungseinflüsse  und Wachstum des Stammes bedingt einzelne Fetzen der Borke ab,  die problemlos - ohne den Baum zu schädigen - abgezogen werden können. 
(Dies ist in Schweden verboten, wenn man nicht Eigentümer des Baumes ist 
oder von diesem die Erlaubnis hat!!)
Aus diesen äußersten Schichten wird durch kalte Destillation der Birkenteer 
(Birkenpech) gewonnen.

 

Sie können u.a. erhalten:
  • Birkenrinde , platt gepresst (nur Borke -weiß- und innen Bast -rotbraun-)
    in der Größe von DIN A5 bis ca. DIN A3 und einzelne Stücke noch größer
  • Rinde und Kambium (rund getrocknet; Größe vergleichbar von  ca. 1l Dose bis
    10 l Dose, Wandstärke ca. 0,7 bis 1 cm)
  • Kambium - Stücke als Zwischenlage für Messer 
    (ca. 3 x 3 cm oder größer – eben oder halbrund getrocknet)
  • Birkenbast (nur die äußerte, weiße Schicht – ggf. mit etwas Bast, Moosen und Flechten -
    klein geschnitten zur Herstellung von Birkenpech oder als Zündhilfe)
  • Natürlich auch Stammabschnitte in jeder Dicke,
    Birkenknollen
    (für Drechselarbeiten, Messergriffe)
  • Maserbirke-Blöcke für Messergriffe
  • Birkenholz-Blöcke aus harter, schwedischer Birke mit schöner Maserung, z.T. gefladert